Wenn Vielfalt zusammenhält: Anerkennung für den Runden Tisch für Integration

Lara Basten

Oft geschieht es abseits der großen Schlagzeilen und dennoch mit bemerkenswertem persönlichen Einsatz: Der Kölner Runde Tisch für Integration e. V. ist seit mehr als drei Jahrzehnten ein Ort, an dem Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenkommen, um für ein solidarisches und gerechtes Miteinander einzutreten.

1991 gegründet, damals noch unter dem Namen „Runder Tisch gegen Ausländerfeindlichkeit“, entstand er als Reaktion auf zunehmende rassistische Gewalt. Mit der Umbenennung im Jahr 2002 wurde deutlich gemacht, dass es längst nicht mehr nur um die Abwehr von Diskriminierung geht, sondern um die aktive Gestaltung einer inklusiven Stadtgesellschaft, in der alle Menschen gleiche Chancen haben.

Kennzeichnend für die Arbeit des Runden Tisches ist das breite Spektrum seiner Mitglieder. Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Religionsgemeinschaften, Initiativen, Kultur und Politik arbeiten hier zusammen, um Ausgrenzung entgegenzutreten und konkrete Ideen für ein gutes Zusammenleben in Köln zu entwickeln. So wurde über die Jahre ein Raum geschaffen, in dem man respektvoll streitet, zuhört und sich gleichzeitig nicht scheut, klare Forderungen an Politik und Verwaltung zu stellen. Immer wieder gelingt es dem Verein, Themen in die Öffentlichkeit zu tragen, die sonst viel zu leicht überhört würden.

Ein besonders eindrückliches Beispiel für die Wirksamkeit des Runden Tisches ist das jüngst geschlossene Fairness-Abkommen zu Wahlen. Mit dieser Vereinbarung haben sich die demokratischen Parteien der Stadt dazu verpflichtet, auf diskriminierende Sprache gegenüber Menschen mit Einwanderungsgeschichte oder Geflüchteten im Wahlkampf zu verzichten und stattdessen aktiv für Zusammenhalt einzutreten. Solche Initiativen sind wichtig, weil sie ein klares Zeichen gegen Spaltung setzen und den Ton im politischen Wettbewerb menschlicher machen.

Darüber hinaus ist der Verein seit Jahren in Bildungsarbeit, Netzwerkarbeit und politischen Stellungnahmen präsent. Er begleitet kritisch die Entwicklungen in Köln und ergreift das Wort, wenn Grundrechte wie das Asylrecht oder der Schutz vor Diskriminierung infrage gestellt werden. Gerade in Zeiten, in denen populistische und rassistische Parolen wieder lauter werden, ist eine Stimme wie die des Runden Tisches unersetzlich.

Die Verleihung des Rheinlandtalers des Landschaftsverbandes Rheinland in der Kategorie „Gesellschaft“ würdigt dieses Engagement auf eindrucksvolle Weise. Neben Mitgliedern unserer Fraktion war selbstverständlich auch die linke Bundestagsabgeordnete Lea Reisner bei der Übergabe anwesend, um ihre Anerkennung und Unterstützung zum Ausdruck zu bringen. Mit dem Preis wird nicht nur ein Verein ausgezeichnet, sondern auch all die Menschen, die dort haupt- oder ehrenamtlich, oft leise, aber mit Beharrlichkeit, für Menschlichkeit und Respekt arbeiten.

Aus Sicht unserer Fraktion ist diese Arbeit unverzichtbar, weil sie den Kern linker Politik sichtbar macht: Einsatz für gleiche Rechte, Solidarität mit den Schwächeren und der unbeirrbare Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus und für ein Wahlrecht aller. Der Runde Tisch für Integration steht für eine Gesellschaft, in der niemand an den Rand gedrängt wird – und genau deshalb ist er preiswürdig und verdient unsere volle Unterstützung.