Ungleiche Kitaversorgung in XY angehen!

Musterantrag für Kommunalfraktionen

Beschlussvorschlag:

Das Gremium X in der Gebietskörperschaft Y beschließt:

  • Die Autor:innen der Studie »Sozioökonomische Segregation und Kitaversorgung: Eine georeferenzierte Analyse deutscher Städte« werden eingeladen, ihre Forschungsergebnisse im Gremium XY vorstellen.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, in Anlehnung an diese Studie darzulegen, wie stark sozioökonomische Segregation in der Gebietskörperschaft Y mit unzureichender Versorgung an Kitaplätzen räumlich deckungsgleich sind.
  • Die Verwaltung wirkt im Rahmen der Kita-Bedarfsplanung nach § 3 (3) Kindertagesbetreuungsgesetz darauf hin, dass auch freie und gewerbliche Kita-Träger dazu beitragen mögen, die Unterversorgung benachteiligter Ortsteile zu beenden.

 

Begründung:

Es ist gut belegt, dass sich der Zugang zu frühkindlicher Bildung auf die späteren Lebenschancen von Menschen auswirkt. Umso kritikwürdiger ist es, dass der Zugang zu frühkindlicher Bildung in Deutschland stark von der sozioökonomischen Segregation der Städte beeinflusst wird. In ein und derselben Stadt gibt es in wohlsituierten Vierteln im Durchschnitt ein Drittel mehr Kitas pro Anzahl Kinder als in sozioökonomisch prekären Räumen. 

Laut einer Studie von vier Forschenden aus Köln und Düsseldorf geht dieser Unterschied darauf zurück, dass sich konfessionelle- und private-gemeinnützige Kitas deutlich häufiger in wirtschaftlich wohlhabenderen Quartieren ansiedeln als in wirtschaftlich und sozial benachteiligten Stadtteilen. Städtische Kitas bestärken diese Ungleichheit nicht, können sie aber auch nicht ausgleichen.

Um zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse sowie Chancengleichheit in Bildung und Berufsleben beizutragen, ist die lokale Politik angehalten, einer entlang des räumlich ablesbaren sozialen Hintergrunds verlaufenden Unterversorgung mit Kitaplätzen mit allen verfügbaren Mitteln proaktiv entgegenzuwirken.