Niederrheinische Welterbestätte-Tour startet in Köln-Deutz

Lara Basten

Vertreter:innen unserer Fraktion waren heute bei der Eröffnung des neuen Informationszentrums zum Niedergermanischen Limes hinter dem Landeshaus in Köln-Deutz dabei – und beeindruckt davon, wie Geschichte hier sichtbar und zugänglich gemacht wird. Direkt am rechtsrheinischen Rheinboulevard steht nun ein auffällig rot gestalteter, begehbarer Container mit großen Glasflächen.

Was auf den ersten Blick wie ein moderner Pop-up-Showroom in Containerform anmutet, ist in Wahrheit ein mobiles Informationszentrum, das über die UNESCO-Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reiches – Niedergermanischer Limes“ informiert. 

Wir wohnten der Premiere des Zentrums am römischen Kastell Divitia in Deutz bei, das selbst Teil der Welterbestätte ist. Von hier aus wird die Ausstellung künftig entlang der Fundorte in Deutschland weiterziehen. Vermittelt werden nicht nur grundlegende Informationen, sondern auch vertiefende Einblicke in die archäologischen Stätten zwischen Katwijk aan Zee in den Niederlanden und Bad Breisig in Rheinland-Pfalz. Digitale Anwendungen, Exponate und mehrsprachige Angebote – darunter auch in Leichter Sprache – sorgen dafür, dass möglichst viele Menschen Zugang finden. Der Eintritt ist selbstverständlich frei. 

Der Niedergermanische Limes markierte über rund 450 Jahre die Grenze des Römischen Reiches entlang des Rheins. 44 Fundplätze in den Niederlanden und in Deutschland veranschaulichen bis heute seine außergewöhnliche historische Bedeutung. Seit 2021 gehört dieses Ensemble zum UNESCO-Welterbe. Diese Anerkennung unterstreicht seinen universellen Wert und verbindet regionale Geschichte mit einer globalen Perspektive. 

Für uns ist Welterbe mehr als ein Titel. „Es ist unsere Aufgabe, dieses Erbe nicht nur zu bewahren, sondern seine Bedeutung verständlich zu vermitteln und für alle Menschen erfahrbar zu machen“, erklärt unsere Fraktionsvorsitzende Lara Basten

„Welterbestätten stehen für gemeinsame Geschichte über Grenzen hinweg. Sie erinnern uns daran, wie eng unsere Regionen kulturell miteinander verbunden sind – und wie wichtig es ist, dieses Wissen offen zugänglich zu machen.“ 

Auch unser kulturpolitischer Sprecher Peter Klein betont die Tragweite: 

„UNESCO-Welterbe bedeutet internationale Anerkennung, aber auch Verantwortung. Wenn wir diese Orte ernst nehmen, müssen wir sie schützen, weiterentwickeln und so präsentieren, dass möglichst viele Menschen – unabhängig von Herkunft oder Bildung – ihre Bedeutung nachvollziehen können. Das mobile Informationszentrum zum Niedergermanischen Limes ist deshalb so wichtig, weil es dieses außergewöhnliche und für unsere Region auch zentrale archäologische Erbe sichtbar macht und die Dimension dieser römischen Grenze anschaulich vermittelt – genau dort, wo die Geschichte verortet ist.“ 

Die Umsetzung des mobilen Informationszentrums wurde vollständig durch Mittel der regionalen Kulturförderung ermöglicht. Das ist ein starkes Signal dafür, dass gezielte Förderung konkrete Vermittlungsangebote schaffen kann. Zugleich wissen wir aus unserer kommunalpolitischen Arbeit, wie herausfordernd es ist, mit begrenzten finanziellen Spielräumen verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen – gerade im Kulturbereich. Dort steht selten ein Projekt inhaltlich gegen das andere, weil sich kulturelle Vorhaben in ihrer Bedeutung kaum gegeneinander aufwiegen lassen. Vieles ist wichtig, vieles ist sinnvoll – und dennoch kann nicht alles zugleich finanziert werden. 

Wichtig ist am Ende in diesem Fall: Die Bewahrung und Zugänglichmachung des Welterbes ist eine dauerhafte kulturpolitische Verpflichtung. 

Besichtigt werden kann das Informationszentrum in Deutz bis zum 29.03.2026 täglich kostenfrei. Weitere Infos zum Niedergermanischen Limesfindet ihr hier (bitte klicken)