Delegation der Linksfraktion besuchte den Viersener Standort der LVR-Krankenhauszentralwäscherei
Anfang Mai besuchten einige Fraktionsmitglieder den Viersener Standort LVR-Krankenhauszentralwäscherei. Auf Fahrrädern legten sie einen Teil des Wegs zum Viersener Stadtteil Süchteln am Niederrhein zurück über alte Bahntrassen, die als Radwege umgebaut wurden.
Die Wäscherei war 2007 der erste Integrationsbetrieb im LVR. Knapp 40 Prozent der 140 Beschäftigten haben eine Schwerbehinderung, es arbeiten viele Gehörlose vor Ort.
40-60 Tonnen werden wöchentlich gewaschen, wobei montags am meisten Arbeit anfällt. Täglich werden 30 Tonnen Dampf benötigt. Die Wäscherei ist ein textiler Vollversorger mit unterschiedlichen Kunden, wobei die LVR-Kliniken im gesamten Rheinland den größten Kundenstamm ausmachen. Es gibt 250 Be- und Endlieferstellungen.
Energetisch wird die Wäscherei durch die Kliniken versorgt. Verwaltungsdienstleistungen werden bei der Klinik in Bedburg-Hau eingekauft. Unter dem Energiepreisschock vor drei Jahren mussten viele kleine Wäschereien aufgeben, so stieg die Nachfrage bei der hiesigen Wäscherei. Auch verdreifachte sich in der Corona-Zeit die Nachfrage nach Berufskleidung. Die Wäschereibranche zahlt häufig nur den Mindestlohn für Beschäftigte, bei der KHZW wird nach Tarif (vor allem Entgeltgruppe 1) gezahlt. Zum Ausgleich für die körperlich anstrengenden Tätigkeiten können Mitarbeitende währen der Arbeitszeit regelmäßig eine Rückenmassage in Anspruch nehmen. Dieses Angebot ist sehr beliebt.
Für mehr Abwechslung am Arbeitsplatz ist ein Rotationsprinzip an den einzelnen Arbeitsstätten vorgesehen. Es gibt kaum Fluktuation bei den Beschäftigten und die Zufriedenheit ist sehr hoch.
Der Wäschereibetrieb ist „systemrelevant“: Ohne die Arbeit der Wäscherei müssten die Kliniken nach zwei Tagen schließen. Ohne gereinigte Pflegekittel, Bettwäsche usw. können die Kliniken ihren Betrieb nämlich nicht aufrechterhalten.
Alle zwei Jahre wird der Betrieb extern begutachtet. Die Wäscherei hat das höchste Hygienezertifikat und wird regelmäßig kontrolliert.
Der Besuch lieferte spannende Einblicke in die Arbeitsabläufe und Prozesse einer Zentralwäscherei.



