Bericht zur Abschiedsexkursion der Linksfraktion in der 15. Wahlperiode
Am 31. Oktober, neudeutsch Halloween, ziehen inzwischen auch in Deutschland immer öfters Gespenster durch die Straßen. An jenem Tag war die Linksfraktion der inzwischen abgelaufenen, 15. Wahlperiode (2020-2025) aber noch lebendig und traf sich am Tor des Kölner Stadtteils Sülz.
Dort besuchten wir im Rahmen einer Abschiedsexkursion die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln (USB), deren Direktor Dr. Hubertus Neuhausen uns sehr freundlich empfing. Über die Entstehungsgeschichte sowie die Entwicklung der Bibliothek und ihre archivarischen Schätze informierte uns ausführlich Dr. Christiane Hoffrath, USB-Dezernatsleiterin für Historische Bestände und Sammlungen, Bestandserhaltung und Digitalisierung. Obwohl ihr Name anderes nahelegen kann, gehört die Kölner USB zur Hochschule und wird vom Land Nordrhein-Westfalen unterhalten. In ihrer heutigen Form 1920 gegründet, war die USB ursprünglich aus städtischen Einrichtungen hervorgegangen. Dabei kamen diesen die vorherrschende Stellung des Katholizismus im Rheinland zugute, denn ein Großteil der Sammlungen erreichte die USB aus Klöstern und anderen kirchlichen Einrichtungen. Die nach wie vor anwachsende Sammlung stellt einen wichtigen Teil des kulturellen Schatzes des gesamten Rheinlands.
Laut eines kurz vor unserem Besuch veröffentlichten Artikels im Kölner Stadtmagazin ‚Stadtrevue‘ ist die USB ein „Spektakel – ein architektonisches Meisterstück des Brutalismus: ein wuchtiger Betonbau, selbstbewusst klobig in Szene gesetzt, dabei streng Funktion ausgerichtet“. Der Verwaltungstrakt der USB beherbergt unter anderem die hauseigene Buchbinderei, in der beschädigte Bücher restauriert werden. In den Hochsicherheitsbereichen finden sich, wie auch die Stadtrevue berichtet, hinter schweren Stahltüren vor Licht und Temperaturschwankungen geschützt, viele mittelalterliche und frühneuzeitliche Buchschätze. Einige davon dürften die Mitglieder unserer bisherigen Fraktion in Augenschein nehmen, darunter auch ein Originalexemplar des ‚Kommunistischen Manifests‘ von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Jahre 1848.
Nach diesem faszinierenden Ausflug in die jüngere bis mittelalterliche Vergangenheit kehrte die bisherige Fraktion zu einem gemeinsamen Abendessen in einem inklusiven Restaurant ein – noch ganz beseelt von diesem Erlebnis, auch ohne Gespenster.








