20 Jahre Max Ernst Museum Brühl des LVR – ein Ort der Erinnerung und des Aufbruchs
Am 4. September 2005 wurde das Max Ernst Museum Brühl des LVR eröffnet – mitten in der Stadt, in der Max Ernst 1891 geboren wurde. Zwanzig Jahre später blicken alle bei einem einer außergewöhnlichen Eröffnung dreier Interventionen, an der wir als Fraktion auch teilnahmen, auf eine Erfolgsgeschichte zurück.
Das Museum hat sich zu einem kulturellen Anziehungspunkt entwickelt, der weit über die Region hinaus wirkt. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit von LVR, Stadt Brühl und Kreissparkasse Köln, die gemeinsam die Stiftung Max Ernst gründeten. Ihr Ziel war es, dem Werk und der Erinnerung an einen der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts dauerhaft einen Ort zu geben.
Heute ist das Haus fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Brühl. Es zieht Menschen an, die Ernsts Werk kennenlernen wollen, aber auch solche, die zeitgenössische Kunst im Dialog mit diesem Erbe erleben möchten. Denn das Museum beschränkt sich nicht darauf, das Vermächtnis zu bewahren, sondern entwickelt es weiter. Das zeigt sich auch anlässlich des Jubiläums besonders deutlich. Neben der Sammlung, die unter anderem Ernsts berühmte D-paintings und plastische Arbeiten umfasst, werden drei künstlerische Interventionen präsentiert, die das Werk in überraschende Kontexte stellen.
Die französische Künstlerin Marion Verboom hat im Tanzsaal des Erdgeschosses monumentale Säulen platziert, die in Resonanz mit Ernsts Bronzeplastik Capricorne treten. Vogelgestalten, mythische Anklänge und archaische Formen verbinden sich zu einer achronischen Bildsprache, die Vergangenheit und Zukunft miteinander verwebt. Im Obergeschoss hat sie zudem ein „Theater der Kreaturen“ geschaffen, in dem vogelartige Hybridwesen aus Glas, Ton und Harz in besonderer Weise mit Ernsts Arbeiten ins Gespräch treten.
Auch der Fotograf Christoph Westermeier hat sich mit Ernsts Leben und Wirkung auseinandergesetzt. Unter dem Titel „Sedona Vogel“ reflektiert er dessen Zeit und seine eigene Zeit in den USA und thematisiert zugleich Kolonialismus, kulturelle Aneignung und Erinnerungskultur. Seine überdruckten Reproduktionen aus Archiven und Textfragmenten eröffnen eine kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption Ernsts im 21. Jahrhundert. So entsteht eine neue, vielschichtige Perspektive auf einen Künstler, der wie kaum ein anderer zwischen Realität und Fantasie, zwischen Geschichte und Avantgarde arbeitete.
Die dabei ebenfalls in Szene gesetzten Türstürze machen bilden damit nicht nur einen gelungenen Rahmen, sondern schafft auch eine Verbindung zwischen Haus und Kunst, die an das Wirken und Denken von Max ernst erinnert.
Das Jubiläum macht deutlich, wie sehr sich das Max Ernst Museum Brühl des LVR seit seiner Gründung zu einem lebendigen Ort entwickelt hat. Hier treffen sich Menschen aus der Region, aus Deutschland und der ganzen Welt, um Kunst zu erleben und in Austausch zu treten. Es zeigt sich, dass das Museum ist nicht nur ein Haus der Erinnerung, sondern auch ein Raum für neue Ideen und künstlerische Impulse. Es bringt Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kunst in Brühl auf inspirierende Weise zusammen – und verdient es, gefeiert zu werden.
Wer selbst die Werke erleben möchte findet das Museum in der Comesstraße 42 in Brühl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. Für alle Besucher:innen der Sammlung ist an jedem letzten Donnerstag im Monat der Eintritt kostenlos.











